Imagepflege im Internet
EXPERTENMEINUNG Silvia Forés gibt zu, in Auswahlverfahren den Namen von Bewerbern zu googeln. Man muss das Image des künftigen Mitarbeiters kennen und dieser sollte sein Image im Unternehmen und in sozialen Netzwerken pflegen
Traditionell hat der Arbeitgeber eine paternalistische Rolle gespielt und seine Mitarbeiter geschützt. Im Unternehmen fanden sie die geeigneten Werkzeuge zur Weiterbildung und Entfaltung ihres Potentials. Seit der 2.0-Revolution und der Nutzung von sozialen Netzwerken sind Imagepflege und Networking eine große Herausforderung für Angestellte.
Sowohl Mitarbeiter als auch Unternehmen werden zur Zeit ständig der Öffentlichkeit ausgesetzt. Unternehmen haben sich stets um ihren Ruf gekümmert. Nun haben sich die Zeiten geändert und nicht nur Arbeitgeber tragen Verantwortung dafür, sich einen makellosen Ruf zu bewahren, sondern auch der Angestellte selbst sollte auf der Hut sein, und zwar nicht nur als Vertreter seines Unternehmens sondern auch in seinem eigenen Interesse, ein positives persönliches Image zu bewahren, da dieses leicht in den sozialen Netzwerken in Verruf geraten kann.
Ein guter Mitarbeiter sollte von nun an mindestens vier Punkte für die Pflege seines persönlichen Image und „Branding“ berücksichtigen:
Zunächst sollte er die zahlreichen Informationskanäle nutzen, die ihm zur Verfügung stehen, um auf dem neuesten Stand zu bleiben, nicht nur die Möglichkeiten, die ihm das Unternehmen bietet.
Zweitens sollte er sich stets weiterbilden, wenn der Zug nicht ohne ihn abfahren soll. Dafür sollte er die Vielzahl an Onlinekursen in Betracht ziehen parallel zu den Fortbildungskursen, die sein Unternehmen anbietet. Angesichts der grossen Auswahl an verfügbaren Kandidaten auf dem Arbeitsmarkt kann sich keiner erlauben, dass seine Kenntnisse hinter den anderen zurückbleiben.
Ausserdem muss ein guter Mitarbeiter in der Lage sein, eigenes Networking zu betreiben. Dieser Punkt wird immer wichtiger, sowohl für die Geschäftsentwicklung der Unternehmen als auch für die Karriere des Angestellten selbst.
Und zu guter Letzt sollte ein guter Mitarbeiter sein eigenes Image pflegen, indem er soziale Netzwerke bewusst nutzt und vermeidet, was bei Verbreitung seine persönliche Marke oder die des Unternehmens aufs Spiel setzen könnte.
Der Beweis dafür, dass sich die Zeiten geändet haben, ist, dass man fast sagen kann, dass dem Mitarbeiter zu Hause quasi mehr Technologie zur Verfügung steht als im Unternehmen selbst. Deswegen erwarten heutzutage Arbeitgeber von ihren Mitarbeitern nicht mehr nur, dass sie die EDV am Arbeitsplatz bewusst nutzen, sondern vertrauen darauf, dass sie jegliche Technolgie, die ihnen zur Verfügung steht, sowie die grosse Menge an verfügbarer Information korrekt nutzen. Dieses Thema sollte von allen Unternehmen berücksichtigt werden.
Mittlerweile fordern wir als Personalleiter nicht nur Referenzen, bevor wir jemanden einstellen, sondern vergessen ausserdem nie, den Namen des Kandidaten bei Google einzugeben, damit uns das Internet sagt, wer er ist und was er so macht… für alle Fälle.
Direktorin HR-Abteilung bei Bové Montero y Asociados
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